Die Bananenernte ist harte Arbeit unter oft schwierigen Bedingungen. Dennoch wird sie vielerorts noch immer nicht fair entlohnt. Mit einem umfassenden Projekt in vier Ländern sorgen wir deshalb dafür, dass mehr als 20.000 Arbeiter im Bananensektor existenzsichernde Löhne erhalten – ein starkes Zeichen für Gerechtigkeit in der Lieferkette und ein Modell mit Signalwirkung für die gesamte Branche.
Die Bananenernte ist körperlich anspruchsvoll und weitgehend Handarbeit. Der Arbeitstag beginnt oft in den frühen Morgenstunden. Zunächst werden die schweren Bananenstauden mit Macheten vom Stamm getrennt und von den Erntehelfern zur nächsten Seilbahnstation getragen. Von dort gelangen die Früchte in die Packstation, wo sie sortiert, gewaschen, gewogen und für den Export vorbereitet werden. Gearbeitet wird in der Regel sechs Tage pro Woche – häufig unter hohen körperlichen Belastungen, bei wechselnden Witterungsbedingungen und oft für einen Lohn, der kaum zum Leben reicht.
Denn in zahlreichen Anbauländern ist Unterbezahlung ein strukturelles Problem im Bananensektor. Obwohl Bananen weltweit zu den beliebtesten Früchten gehören, verdienen viele Arbeiter in den Anbauregionen nicht genug, um ihre Existenz zu sichern. Die Folge: Familien leben unter der Armutsgrenze, immer wieder müssen Kinder mitarbeiten, Arbeitsschutz ist oft in weiter Ferne. Besonders betroffen sind ländliche Regionen – rund 80 Prozent der dort lebenden Menschen sind von extremer Armut bedroht, zwei Drittel davon arbeiten in der Landwirtschaft (SDG-Bericht 2019).
"Wer wie Lidl Bananen verkauft, trägt Verantwortung für die Menschen, die sie anbauen. Deshalb schließen wir gemeinsam mit unseren Lieferanten die eigene anteilige Lohnlücke zu einem Living Wage bereits für mehrere Lidl Länder – fortlaufend, nachvollziehbar und in Zusammenarbeit mit der gesamten Lieferkette."
Für Lidl als internationales Handelsunternehmen ist klar: Es braucht neue, mutige Wege für mehr Gerechtigkeit entlang der Lieferkette. 2022 haben wir deshalb ein eigenes Projekt für existenzsichernde Löhne im Bananensektor gestartet. Seither schließen wir für unser gesamtes Bananensortiment in mehreren Ländern die Lidl-anteilige Lohnlücke. So leisten wir einen Beitrag, dass die Arbeiter auf Bananenplantagen und ihre Familien ein Leben in Würde führen können. Erarbeitet haben wir das Projekt mit der Nachhaltigkeitsinitiative IDH und dem Zertifizierungsunternehmen FLOCERT.
Grundlage ist ein standardisierter Projektzyklus, der jährlich durchlaufen wird:
Das Ziel: Jeder, der in der Bananenlieferkette für Lidl arbeitet, soll besser von seiner Arbeit leben können. Denn ein existenzsichernder Lohn – ein „Living Wage“ – bedeutet mehr als nur ein regelmäßiges Einkommen. Er schafft die Basis für ein menschenwürdiges Leben: für Schulbildung, medizinische Versorgung, sicheres Wohnen, ausreichende Ernährung, Mobilität, Kleidung und ein Stück finanzielle Unabhängigkeit. Deshalb gehen wir diesen Weg nicht halbherzig, sondern entschlossen und mit dem Anspruch, echte Veränderungen zu bewirken.
Bereits heute haben wir die eigene Lohnlücke für das gesamte Bananensortiment in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Belgien und den Niederlanden geschlossen. Das gilt für alle Bananen, unabhängig von Bio-, Fairtrade- oder anderen Zertifizierungen. Davon profitieren über 20.000 Arbeiter auf mehr als 200 Plantagen in Kolumbien, Ecuador, Guatemala und der Dominikanischen Republik. Und das ist erst der Anfang: Weitere Lidl Länder arbeiten ebenfalls am Thema Living Wages in der Bananenlieferkette. Damit zeigen wir, dass gerechtere Löhne in globalen Lieferketten möglich sind, wenn man bereit ist, Verantwortung zu übernehmen.
Indem wir existenzsichernde Löhne fördern, setzen wir als Unternehmen ein klares Zeichen gegen Armut, gegen Ausbeutung und für die Menschen hinter dem Produkt. Denn wahre Qualität beginnt dort, wo Bananen gepflanzt, geerntet und verpackt werden.