Die größten Hebel für den Klimaschutz liegen dort, wo unsere Produkte entstehen und bewegt werden – auf Feldern, in Fabriken, auf der Straße. Gemeinsam mit unseren Lieferanten und Logistikpartnern arbeiten wir daran, Emissionen entlang der Wertschöpfungskette systematisch zu erfassen und zu reduzieren. Denn nur gemeinsam lässt sich wirklich etwas verändern auf unserem Weg zu wissenschaftlich fundierten Klimazielen.
Die mit Abstand meisten Emissionen bei Lidl entstehen nicht, wenn die Produkte im Regal stehen, sondern auf den zahlreichen Etappen davor: auf Feldern, in Ställen, in Produktionsstätten sowie auf den Straßen. Für uns bedeutet das: Um beim Klimaschutz wirklich etwas zu bewegen, müssen wir in der eigenen Lieferkette ansetzen – dort, wo die sogenannten Scope-3-Emissionen entstehen. Sie machen über 99 Prozent unserer Emissionen aus. Deshalb unterstützen wir unsere Lieferanten systematisch dabei, ihre Klimawirkung zu erkennen, zu messen und aktiv zu reduzieren.
Ein zentrales Ziel: Bis Ende des Geschäftsjahrs 2026 sollen all jene Lieferanten, die für 75 Prozent der produktbezogenen Scope-3-Emissionen verantwortlich sind, eigene Klimaziele nach den Kriterien der Science Based Targets Initiative (SBTi) vorweisen. Die SBTi ist ein globaler Standardgeber, der sicherstellt, dass Klimaziele von Unternehmen im Einklang mit dem Pariser Klimaabkommen stehen. Auch die Unternehmen der Schwarz Gruppe, zu der Lidl gehört, haben sich diesen wissenschaftlich fundierten Standards verpflichtet. Gemeinsam wurden SBTi-konforme Klimaziele definiert, mit Maßnahmen hinterlegt und validiert. Unser Gesamtziel ist es, unsere Treibhausgasemissionen bis Mitte des Jahrhunderts so weit wie möglich auf netto null zu senken. Erfahren Sie mehr zur Net-Zero-Vision der Unternehmen der Schwarz Gruppe.
Um unsere Lieferanten zu unterstützen, haben wir ein umfassendes Befähigungskonzept aufgesetzt. Herzstück ist eine digitale Lieferantenplattform, auf der klimarelevante Geschäftspartner Schulungsinhalte zur Berechnung von Treibhausgasemissionen, Webinare und FAQs finden. Gleichzeitig dokumentiert sie jährlich den Fortschritt der Unternehmen bei der Umsetzung ihrer Klimaziele.
Darüber hinaus bietet Lidl zweimal jährlich Live-Webinare des WWF Climate Business Networks an – mit konkreten Einblicken in Themen wie Science-Based Target-Setting und Treibhausgas-Bilanzierung. Ergänzend ermöglicht das Supplier-LOCT-Programm (Leadership on Climate Transition) ausgewählten nationalen und internationalen Lieferanten eine digitale Klimaschule: In halbjährlichen Kursen lernen sie, Klimabilanzen zu erstellen, Klimaziele zu setzen und geeignete Maßnahmen abzuleiten. Das Programm wurde bereits mit über 100 Lieferanten erfolgreich durchgeführt und die Kapazität im Geschäftsjahr auf 200 Plätze erhöht.
Dass solche Maßnahmen Wirkung zeigen können, verrät ein Blick nach Deutschland: Unter dem Dach der Lidl Regionalmarke „Ein gutes Stück Bayern“ arbeiten rund 50 Landwirte daran, die Emissionen pro Kilogramm Milch bis 2026 um mindestens 25 Prozent zu senken im Vergleich zu 2021. Unterstützt werden sie dabei von einem unabhängigen Klimabeirat aus Fachleuten, der Empfehlungen für wirksame Maßnahmen formuliert. Für den Mehraufwand erhalten die Landwirte einen finanziellen Zuschlag. Dieser ermöglicht unter anderem den vermehrten Einsatz heimischer Futtermittel sowie methanreduzierender Fütterungskonzepte oder auch die Umstellung der Fruchtfolge auf klima- und bodenschonende Varianten.
"Der Großteil unserer Emissionen entsteht nicht bei uns selbst, sondern in unseren Lieferketten. Genau hier setzen wir an. Wir befähigen unsere Lieferanten zum Klimaschutz. So senken wir unsere Emissionen in Scope 3 spürbar und bleiben auf unserem Kurs zu unseren wissenschaftlich fundierten Net-Zero-Zielen (SBTi)."
Auch mit Dialog auf internationaler Ebene leistet Lidl seinen Beitrag: Bei der ersten „Grassroots British Farming Conference“ in Großbritannien diskutierten Anfang 2025 über 130 Landwirte, Lebensmittelproduzenten und Führungskräfte aus der Schweine-, Rindfleisch- und Milchwirtschaft gemeinsam mit Lidl Verantwortlichen und Experten aus der Wissenschaft über Wege zu einer nachhaltigeren Landwirtschaft. Die Veranstaltung war nicht nur Plattform für Innovation und Austausch, sondern auch ein klares Bekenntnis zum britischen Agrarsektor.
In Belgien setzt Lidl mit dem Projekt „Carbon Farmers“ ebenfalls wichtige Impulse: Zehn Landwirte erhalten in einem fünfjährigen Pilotprojekt Informationen und praktische Unterstützung, um gezielt Kohlenstoff im Ackerboden zu speichern. Mit den Erfahrungen sollen sie in die Lage versetzt werden, ihre Agrarbetriebe künftig emissionsärmer aufzustellen. Eine CO₂- und Lachgasbilanzierung hilft dabei, die dafür notwendigen Hebel zu erkennen.
Doch nicht nur in der Landwirtschaft entstehen Scope-3-Emissionen, auch der Transport spielt eine zentrale Rolle. Deshalb setzen wir auf eine zukunftsfähige Logistik und alternativ angetriebene Lkw. Ziel ist es, dass bis Ende des Geschäftsjahres 2034 mindestens ein Drittel der Fahrzeuge für die Filialbelieferung mit elektrischen Antrieben fahren. Schon heute sind z. B. in den Niederlanden, in Österreich, in der Schweiz, in Deutschland und Schweden E-Lkw-Flotten im Einsatz. Bis 2028 will Lidl Niederlande alle Filialen mit E-Lkw beliefern.
Und weil die Straße allein nicht ausreicht, setzen wir auf Kooperationen mit Partnern der Beschaffungslogistik, um beispielsweise Transporte von der Straße auf die Schiene zu verlagern. Nimmt man unsere smarten Softwarelösungen für effizientere Tourenplanungen hinzu, zeigt sich: Klimaschutz in Scope 3 ist machbar – und macht einen spürbaren Unterschied.