Zwei Gramm weniger Kunststoff pro Joghurtbecher – eine unscheinbare Veränderung, aber mit messbarer Wirkung. Das Beispiel zeigt: Gerade bei Produkten, die millionenfach verkauft werden, zählt jede noch so kleine Anpassung von Ressourceneinsatz. Nachgefragt bei Michael Janzer, Leitung Ökologie bei Lidl International, wie wir Verpackungen optimieren.
Weil Verpackungen weit mehr sind als nur Hüllen. Sie schützen das Produkt, transportieren Informationen, und sie sind der erste Eindruck, den unsere Kunden bekommen. Gleichzeitig bestimmen sie den Material- und Rohstoffeinsatz . Deshalb schauen wir uns jede Verpackung sehr genau an: Wo können wir Material sparen? Wo recycelte Materialien einsetzen? Und wie können wir Recycling noch einfacher machen? Verpackungen sind für uns ein wichtiger Hebel, umRessourceneffizienz in den operativen Filialalltag zu integrieren.
Das ist echte Teamarbeit. Wir starten mit einer Analyse: Wo haben wir das größte Potenzial? Dann bringen wir die richtigen Leute zusammen: Produktverantwortliche aus dem Einkauf, unsere Nachhaltigkeitsexperten, das Designteam, die Logistik und natürlich die Lieferanten. Jeder bringt seine Perspektive ein. Gemeinsam tüfteln wir an Lösungen, die am Ende für alle funktionieren.
„Wir haben unsere ambitionierten Ziele erreicht: Bis 2025 haben wir den Einsatz von Neukunststoff in unseren Eigenmarkenverpackungen gegenüber 2018 um zehn Prozent reduziert und verwenden insgesamt 30 Prozent weniger Kunststoff, im Vergleich zum Basisjahr 2017. Zudem arbeiten wir konsequent daran, den Rezyklatanteil weiter auszubauen – unter anderem durch Mindestquoten für recyceltes Material in unseren PET-Flaschen.“
Verpackungen müssen vor allem eines: das Produkt schützen. Gleichzeitig sollen sie möglichst wenig Material verbrauchen, gut recycelbar sein und alle gesetzlichen Anforderungen erfüllen – und das in über 30 Ländern. Oft müssen Lieferanten dafür Produktionsabläufe anpassen oder sogar Maschinen umrüsten. Das geht nicht von heute auf morgen. Aber wir sind überzeugt: Wenn alle an einem Strang ziehen, lassen sich große Fortschritte erzielen. Wir haben unsere ambitionierten Ziele erreicht: Bis 2025 haben wir den Einsatz von Neukunststoff in unseren Eigenmarkenverpackungen um 10 % reduziert und verwenden insgesamt 30 % weniger Kunststoff. Zudem erhöhen wir kontinuierlich den Rezyklatanteil – unter anderem durch Mindestquoten für recyceltes Material in unseren PET-Flaschen.
Eines meiner Lieblingsbeispiele ist der 1-Kilogramm-Jogurteimer unserer Eigenmarke Milbona. Gemeinsam mit unserem Lieferanten Naabtaler Milchwerke haben wir 2023 die Verpackung optimiert – das spart rund 500 Tonnen Kunststoff pro Jahr. Aktuell arbeiten wir mit Naabtaler außerdem daran, bei unserem Naturjoghurt 3,8 % recyceltes Polystyrol einzusetzen. Die Tests sind bereits abgeschlossen.