Sie spenden Schatten, speichern Wasser und bieten zahlreichen Tier- und Pflanzenarten ihren Lebensraum: unsere Wälder, die grüne Lunge unseres Planeten. Doch vielerorts sind sie – genauso wie andere Naturräume wie Savannen oder Feuchtgebiete – vor allem durch die Landwirtschaft bedroht. Deshalb setzen wir uns bei Lidl gezielt dafür ein, den Bezug kritischer Rohstoffe an definierte ökologische und soziale Kriterien zu binden. Wie, erklärt Hannah Mittner, Ökologie bei Lidl International, im Interview.
Wälder sichern die Grundlagen unseres Geschäfts: Sie stabilisieren das Klima, schützen Böden und speichern Wasser – alles entscheidend für die Landwirtschaft, auf die wir als Lebensmitteleinzelhändler angewiesen sind. Ihr Verlust gefährdet diese Ökosystemleistungen und damit auch unsere Lieferketten. Der Verlust dieser Flächen gefährdet langfristig auch die Stabilität globaler Lieferketten. Da die Ausweitung landwirtschaftlicher Nutzflächen den Hauptgrund für Entwaldung darstellt, steuern wir über gezielte Beschaffungsvorgaben für entwaldungs- und umwandlungsfreie Lieferketten gegen.
Indem wir hinschauen, wo unsere Rohstoffe herkommen. Und indem wir Einfluss nehmen, wie sie angebaut werden. Die Landwirtschaft ist weltweit Haupttreiber der Entwaldung – durch beispielsweise den Anbau von Palmöl, Soja und Kakao. Deshalb wollen wir sicherstellen, dass für relevante Eigenmarkenprodukte, die Rohstofflieferketten sozial- und umweltverträglich gestaltet sind. Dabei orientieren wir uns an den Richtlinien der international anerkannten Accountability Framework Initiative (AFi).
Ein zentraler Hebel ist die Durchsetzung fester Stichtage (Cut-off Dates) gemäß den AFi-Leitlinien: Wir schließen Rohstoffe von Flächen aus, die nach dem jeweils festgelegten Datum entwaldet oder umgewandelt wurden. Zudem verpflichten wir unsere Lieferanten bei Hochrisikorohstoffen zur Nutzung etablierter Zertifizierungssysteme. Hierbei setzen wir auf die Kooperation mit Organisationen wie der Rainforest Alliance oder Fairtrade.
Ja, zum Beispiel an unseren nach dem Fairtrade-Standard zertifizierten Tafelschokoladen. Für diese Produkte beziehen wir Kakao, dessen Anbau nach den Kriterien von Fairtrade kontrolliert wird. Diese umfassen unter anderem das Verbot von Entwaldung und der Umwandlung geschützter Ökosysteme im Kakaoanbau sowie Vorgaben zur Einhaltung von Menschenrechten.
Wälder schützen heißt auch Klima schützen. Unsere umfassenden CSR-Vorgaben helfen uns dabei, Gesetzgebungen zur Verhinderung von Entwaldung nicht nur einzuhalten, sondern ihnen voraus zu sein. Im Sojasektor unterstützen wir die Proteinpartnerschaft mit Donau Soja sowie Zertifizierungen nach den Standards von RTRS, ProTerra, Donau Soja oder ISCC+, um neben dem Ausschluss von Entwaldung auch die Reduzierung von Pflanzenschutzmitteln auf den Anbauflächen zu prüfen. Beim Kakao nutzen wir etablierte Zertifizierungen wie Fairtrade, Rainforest Alliance oder anerkannte Bio-Label. Als Mitglied im Forum Nachhaltiger Kakao (GISCO) beteiligen wir uns zudem an Sektor-Initiativen zur Verbesserung der Lebensumstände von Kakaobauern und zur Vermeidung von entwaldungsassoziiertem Kakaoanbau.
Wir wollen den Einkauf für unsere Kunden transparent gestalten. Wer bei uns einkauft, soll leicht erkennen können, wie Produkte entstanden sind. Klare Kennzeichnungen, transparente Infos und Eigenmarken wie Vemondo, die auf pflanzliche Alternativen setzen, helfen dabei.
Mich motiviert, dass wir als Unternehmen zeigen können: Nachhaltigkeit und wirtschaftlicher Erfolg schließen sich nicht aus. Im Gegenteil. Wenn wir Wälder schützen, schützen wir auch die Zukunft kommender Generationen. Und dafür stehen wir bei Lidl.