Rekorde für Kakaopreise am Weltmarkt – und dennoch Armut bei vielen Kakaobauern. Lidl will diesem Ungleichgewicht etwas entgegensetzen und stellt sein Eigenmarken-Tafelschokoladensortiment in Festlistung auf das Living Income Programm von Fairtrade um. So machen wir Fairtrade-Kakao zum Standard, um die Einkommensbedingungen der Erzeuger in den Kooperativen zu unterstützen.
Der Kakaosektor steht vor einem Paradoxon: Einerseits erreichten die Kakaopreise im Jahr 2024 an den Börsen historische Höchststände von über 10.000 US-Dollar pro Tonne. Trotzdem leben Schätzungen zufolge mehr als 90 % der Kakaobauern in Westafrika unter dem Existenzminimum (Kakaoplattform 2024), etwa 30 bis 60 % in Ghana und der Elfenbeinküste sogar in extremer Armut (Frontiers 2021). Denn hohe Weltmarktpreise kommen nicht vollständig bei den Kakaobauern an – und sie lösen die strukturellen Probleme nicht. Was es deshalb braucht, sind Unternehmen, die bereit sind, verlässliche finanzielle Zusatzleistungen zu garantieren – langfristig, verbindlich und in einer Größenordnung, die Wirkung entfalten kann.
Lidl arbeitet seit über zehn Jahren an der Etablierung definierter Mindeststandards in der Kakaolieferkette. Bereits 2014 gehörten wir zu den ersten Partnern im Fairtrade-Rohstoffprogramm für Kakao. Mit unserer Eigenmarkenreihe Way To Go gingen wir ab 2020 einen Schritt weiter: Über zusätzliche Prämien und Investitionen in landwirtschaftliche Projekte unterstützten wir Kakaobauern und ihre Familien dabei, ihr Einkommen zu erhöhen und ihre Lebensbedingungen zu verbessern. Way To Go zeigte, dass Veränderung möglich ist – und legte damit ein wichtiges Fundament.
Darauf aufbauend gehen wir nun noch weiter: Ab Mitte 2026 zahlen wir im Rahmen von Fairtrades Living Income Programm den Booster für unser gesamtes Eigenmarken-Tafelschokoladensortiment in Festlistung in fünf Ländern. Der Start erfolgte in Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Luxemburg und Österreich. Unser Commitment gilt für mindestens fünf Jahre, unabhängig von Marktschwankungen.
Mit dem Living Income Programm gehen wir über unsere bestehende Fairtrade-Standards hinaus und setzen neue Maßstäbe. Stattdessen wollen wir einen wesentlichen Beitrag dazu leisten die Einkommenslücke für Kakaobauern in Ghana und der Elfenbeinküste von am Programm beteiligten Kooperativen zu schließen – langfristig und messbar. Als einer der großen Abnehmer von Fairtrade-Kakao im Lebensmitteleinzelhandel nutzt Lidl diese Mengenskalierung, um messbare Anpassungen in den vorgelagerten Lieferketten zu unterstützen.
"Ein existenzsicherndes Einkommen im Kakaoanbau lässt sich über den schwankenden Weltmarktpreis allein nicht garantieren. Als einer der großen Abnehmer von Fairtrade-Kakao nutzen wir diesen Hebel, um Verbesserungen in den Kooperativen zu unterstützen. Mit dem Living Income Programm etablieren wir ein transparentes Vergütungssystem – für bessere Einkommen für Kakaobauern."
Das Living Income Programm baut auf dem Fairtrade-System auf: Zusätzlich zu Fairtrade-Mindestpreis und -Prämie sowie dem Living Income Reference Price (LIRP) zahlt Lidl einen festen Betrag pro Tonne Kakao, den sogenannten Booster. Die Mittel fließen in Produktivitätssteigerung und Einkommensdiversifizierung. Die Wirkung wird gemeinsam mit Fairtrade dokumentiert, die Prüfung erfolgt durch unabhängige Dritte. Das schafft Transparenz und Verbindlichkeit – und die Grundlage für echte Entwicklung.
Die Mehrkosten trägt Lidl selbst und gibt sie nicht an die Verbraucher weiter. Damit wird der Zugang zu zertifizierten Produkten im Alltag erleichtert. Mit ihrem Griff zur Tafelschokolade der Lidl Eigenmarken unterstützen unsere Kunden das Living Income Programm und tragen somit automatisch zu mehr existenzsichernden Einkommen im Kakaoanbau bei.